Ungeeignete Marketing-Maßnahmen für Immobilienmakler
Nils Lappahn
Welche Marketing-Maßnahmen sind für Immobilienmakler in der Onlinewelt ungeeignet?

1. Influencer-Marketing

Beim Influencer-Marketing wird eine Person mit einer großen Reichweite dafür bezahlt, ein Produkt oder eine Dienstleistung vorzustellen. Ein Beispiel hierfür wäre, Heidi Klum dafür zu bezahlen, eine Aussage wie „XYZ ist der beste Immobilienmakler auf der ganzen Welt und wenn Sie Ihr Haus verkaufen wollen, müssen Sie ihn unbedingt anrufen, hier ist seine Telefonnummer“ zu machen. Dieses Thema ist in den vergangenen zwei bis drei Jahren sehr stark aufgebauscht worden. Derzeit bewegt sich der Trend hin zum Micro-Influencing. Hierbei sucht man sich jemanden, der weniger berühmt ist, und anstelle von zehn Millionen vielleicht nur fünf- bis zehntausend Follower auf seinen Social-Media-Plattformen hat, dafür aber in exakt der richtigen Nische beheimatet ist. Hier kann eine Person mit 4000 Followern auf Instagram ein interessantes Medium sein, um eine Marke voranzubringen. Influencer-Marketing ist jedoch teuer und würde sich für Immobilienmakler in den meisten Fällen nicht lohnen. Hinzu kommt, dass Erfolg nur sehr schwer messbar ist. Des Weiteren gibt es für Immobilienmakler so gut wie keine relevanten Influencer, da ihre Zielgruppe sehr eklektisch und deshalb nicht in einer Nische zusammenzufassen ist. Aufwand und Ertrag beim Influencer-Marketing im Bereich der Immobilienmakler sind folglich nicht verhältnismäßig und deswegen handelt es sich hierbei um keine geeignete Marketing-Maßnahme.


2. Video-Marketing

Beim Video-Marketing laden Organisationen auf Plattformen wie YouTube, eventuell mit Video-Apps, professionell bearbeitete Videos hoch. Um in diesem Bereich Erfolg zu haben, ist es notwendig, einen absoluten Experten an der Hand zu haben, denn das Betreiben eines ordentlichen YouTube-Channels erfordert die Investition an einer Menge Zeit, Arbeit und Geld. Es ist davon auszugehen, dass es sehr lange dauern wird, bis sich ein potenzieller Return on Investment entwickelt. Der Effekt kann sogar negativ sein, denn wenn auf YouTube hochgeladene Videos 20, 30, vielleicht 100 Klicks erzielen, sind diese Zahlen allgemein betrachtet verschwindend gering. In einer Welt, in der eine Person erst ab zehn-, zwanzig-, oder hunderttausend Klicks als relevant gilt, kann sich alles im zwei-, drei- oder vierstelligen Bereich sogar eher kontraproduktiv auswirken. Auch hier stehen Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis. Ein Return on Investment selbst zu einem sehr späten Zeitpunkt kann nicht garantiert werden. Video-Marketing ist im Bereich Immobilienmakler deshalb nicht geeignet.

Nils Lappahn

Geschäftsführer vonKempelen und Immobilienberater
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